Kanutour Schweden by Simon Bell.

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9 Tage Kanutour in Schweden:

(Gastbeitrag Simon Bell.)

Ende August bin ich mit meinen Kumpels Patrick, Öncel und Felix auf einen 9 tägigen Kanu Trip nach Schweden geflogen.

Unser Ziel war der Stora Le ein gut 70 km langer, schmaler See im Dalsland, in Südschweden. Am späten Vormittag ging es in München los, mit dem Flieger nach Göteborg und von dort mit dem Zug weiter nach Ed. Ed liegt an der Südspitze des Stora Le und wir erreichten den Kanuverleih bereits gegen 15:00 Uhr, so dass wir noch am selben Tag unsere Boote entgegen nehmen und unser Gepäck einladen konnten.

Bereits beim Ablegen hat uns jedoch schon der erste Nieselregen empfangen, welcher sich dann auf den ersten beiden zurückgelegten Kilometern zu einem wahren Wolkenbruch entwickelte. Kurzzeitig mussten wir an Land fahren um wenigstens den schlimmsten Regen abzuwarten.

Da wir unsere Zelte nicht bei Regen aufbauen konnten, das Innenzelt wäre sofort nass gewesen, mussten wir die restliche Strecke bis zur ersten Sturmhütte zurücklegen um einen trockenen Schlafplatz zu haben. Eine Sturmhütte ist ein kleiner Verschlag mit Holzboden, einem etwa 1m hohen Dach und drei Außenwänden. Sie ist also zu einer Seite hin offen.

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Teilweise durchnässt bis auf die Knochen, sind wir dann bei anbrechender Dunkelheit auf der kleinen Insel angekommen auf der die Hütte stand. Schnell haben wir unsere Sachen ausgeladen, die Boote festgebunden und ab ins Trockene.

Groß Einrichten ist in so einer kleinen Hütte, und gerade bei Dunkelheit, allerdings nicht drin, daher haben wir nur noch schnell mit unserem Spirituskocher etwas zu essen gekocht und Wäscheleinen über unseren Köpfen gespannt. Während das Essen zum kochen gebracht wurde, haben wir unsere nasse Wäsche aufgehängt um uns anschließend schnell in unsere Schlafsäcke zu verkriechen.

Der erste Tag ist also im wahrsten Sinne des Wortes, ziemlich ins Wasser gefallen.

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Der zweite Tag unserer Reise startete dann auch nicht gemütlich, sondern mit einem Schockmoment.

Eines unserer Boote hatte sich beim Sturm in der Nacht losgerissen, war abgetrieben und verschwunden (das „kleiner Finger“ – dicke Seil einfach durchgescheuert..). Erst nach gut einer halben Stunde intensiver Suche, während der wir unseren Urlaub in Gedanken teilweise schon als gelaufen abgehackt hatten, konnten wir es dann doch ausmachen und zurückholen.

Nachdem unser Urlaub damit gerettet war, weitere Ereignisse dieser Art kamen nicht mehr vor, beschäftigten wir uns den Großteil des Tages mit der Trocknung unserer Kleidung und Ausrüstung, sowie der Anpassung ans Lagerleben.

Dazu gehört Holzhacken, Feuermachen, Kochen, Geschirrspülen und vieles weitere. Man kann sagen, dass wenn man nicht den ganzen Tag am selben Ort bleibt, also irgendwann im Lauf des Tages noch weiter fährt, es immer etwas zu tun gibt. Schließlich muss neben den üblich anfallenden Arbeiten, das Camp ab und wieder aufgebaut werden.

Auch wir wollten an dem Tag noch weiterfahren und sind am späteren Nachmittag zu unserem nächsten Etappenziel aufgebrochen. Einer weiteren Hütte, ein paar Kilometer vor dem ersten Ort mit Einkaufsmöglichkeit. Glücklicherweise diesmal bei besserem Wetter als am Vortag.

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Nach etwa 2/3 der Strecke bis zu unserem Ziel, viel Felix jedoch ein, dass der nächste Tag ein Sonntag ist. Da wir nur Vorräte für weitere zwei Tage hatten und nicht den Sonntag im Ort absitzen wollten um Montag dann einkaufen gehen zu können, waren wir gezwungen ziemlich Gas zu geben um noch vor dem Ende der Öffnungszeiten dort anzukommen.

Das gelang uns dann auch knapp, dachten wir zumindest. Denn der Laden schloss nicht, wie unsere Läden daheim, um 20:00 Uhr, sondern bereits um 18:00 Uhr! Es war allerdings bereits kurz nach 19:00 Uhr…

Zu unserem Glück öffnen skandinavische Läden aber wohl auch regelmäßig an Sonntagen, wodurch wir die Möglichkeit hatten auch am nächsten Tag noch Nahrungsmittel für die nächsten Tage einzukaufen.

Ab dem nächsten Morgen wurde das Wetter auch beständig immer besser und es hat bis zum Abschluss unserer Tour kein einziges mal mehr geregnet. Wir kamen gut voran, erreichten unserer Tagesziele und kamen auch kaum mehr in Lebensmittelknappheit.

Wir konnten die restlichen Tage unserer Tour also ohne größere Zwischenfälle genießen.

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Erst am Tag unserer Abreise hat uns unserer Karte etwas in die Irre geleitet und wir sind in einen falschen Seitenarm des Sees abgebogen, was ganz zum Ende unserer Tour dann nochmal zu einem sportlichen „Sprint“ führte, um unseren Abholpunkt noch rechtzeitig zu erreichen.

Alles in allem hatten wir bis auf den ersten Tag also ziemlich Glück mit dem Wetter und es war eine tolle Tour. Fürs nächste Mal würden wir evtl noch mehr Tage einplanen, da man dann die Ruhe und Natur noch besser genießen kann, ohne den Druck des „Strecke zurücklegen“ im Nacken zu haben. Aber sowas ist halt learning-by-doing.

Beschreibungen der Landschaft, dem Kanufahren an sich oder dem Glück das wir auf kaum Mücken gestoßen sind, würden jetzt den Rahmen hier noch weiter sprengen. Am besten ist eh man probiert es selbst aus 😉

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Simon

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Karibu to Kenia Safari

+panorama

Bevor im September für mich das Master Studium beginnt, haben wir den August nochmal genutzt und sind für 3 Wochen nach Kenia gefahren. Das ostafrikanische Land hat viele National Parks und eignet sich daher besonders gut für Safaris. Der bekannteste und tierreichste Park ist der Maasai Mara, wo glücklicherweise der August die beste Zeit ist um viele Tiere zu sehen. Im August ist nämlich Trockenzeit und somit wandern die Tiere aus der südlich anschließenden Serengeti nach Norden um in der Maasai Mara Futter zu finden.

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Wir haben keine vororganisierte Reise gebucht, sondern haben alles vor Ort erst organisiert. Nachdem wir in Nairobi angekommen sind, war es ganz leicht verschiedene Angebote von Safari Unternehmen zu vergleichen, wobei im Grunde alle das gleiche Angebot haben. Man bucht mehrere Tage (bei uns waren es 3) und hat alles inklusive: Transport, Essen, Übernachtung und die Park Eintrittsgelder. Je nachdem kann man auch mehrere Parks besuchen, alles machbar. Wer keine Safari buchen will kann auch eigenständig in die Parks fahren, muss dafür aber einen Jeep mieten und hat auch keinen Guide, der weiß wo sich die verschiedenen Tiere aufhalten.

Nachdem alles organisiert war, gings dann früh morgens in Nairobi los. Natürlich ist die Tour nicht nur für zwei, daher werden erstmal noch andere Leute abgeholt und das Auto voll gemacht… das dauert natürlich erstmal eine Zeit, aber Zeit hat man ja in Afrika. Hakuna Matata heißts dann nur 😉

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Nachdem wir dann nach ein paar Stunden Fahrt in der Maasai Mara angekommen sind und unsere Zelte bezogen haben, gings dann schon auf erste Entdeckungsfahrt. Mit erstmal geringen Erwartungen fährt man in den Park, doch schon ein paar Metern hintern dem Tor sieht man schon die ersten Gnuherden und Antilopen. Der Park ist zwar nicht eingezäunt, aber die Tiere halten sich wie von selbst in dem Gebiet auf, nur die eine Straße hat ein Tor um die Park Gebühr abzukassieren. Beeindruckt von den ersten Herden an Tieren, fanden wir gleich ein paar Hundert Meter weiter die ersten Zebras, Giraffen und Impalas. Nach einiger Zeit trafen wir sogar schon auf Löwen…ein Mänchen mit zwei Weibchen und einem Baby. P1060841

Überwältigt von den ersten zwei Stunden Fahrt durch den Park, müssten wir zurück zu unserem Camp, da es Dunkel wurde. Die Zelte dort sind sehr geräumig mit richtigen Betten und sogar angebautem Bad. Das Essen ist allerdings nur zum satt werden, eher einfache afrikanische Küche. Bei den billigen Safaris kann man halt nicht so viel erwarten, die Lodges für 500-1000 Dollar am Tag bieten bestimmt besseres Essen 😉

Am nächsten Morgen sind wir dann gleich früh gestartet und hatten einen ganzen Tag im Park vor uns! Nicht weniger spektakulär als am Vortag ging es auch gleich weiter mit einer Giraffen Familie und einem Leoparden, der auf einem Baum relaxt hat. Gegen Mittag haben wir dann den Mara River erreicht, der voll ist mit Nilpferden und Krokodilen. Auf dem Weg dahin sind wir aber noch drei Geparden, Löwen, Vogelsträuße und natürlich Herden an Gnus und Zebras begegnet.P1060827P1060915

Das Highlight für unsere Gruppe war aber wohl ein Löwen Pärchen, das sich einfach 5 Meter vor uns gepaart hat! Einer meiner Favouriten war aber auch die Elefanten Herde an die wir ebenfalls ziemlich nah rangekommen sind. Grundsätzlich ist es erstaunlich, dass die Tiere sich von den Minivans in keinster Weise stören lassen und man wirklich nur ein paar Meter entfernt ist.

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Man kann wirklich sagen, dass wir alle wahnsinnig begeistert waren von der Safari, dass das Geld sich wirklich gelohnt hat und die Erwartungen sogar übertroffen wurden! Sicherlich haben wir auch die beste Jahreszeit erwischt 🙂

Mehr Bilder findet Ihr in der Galerie :

Ich packe meinen Backpack…

Jedes Mal eine neue Herausforderung: was soll ich mitnehmen?? Schließlich braucht man für jeden Trip andere Dinge….
Diesmal geht es nach Kenia auf Safari und ans Meer! Bikini also auf jeden Fall, is ja klar! Aber sonst muss man bei dieser Reise an viele anderen Dinge denken, wie Gesundheit! Um sich vor Malaria zu schützen vor allem… also Moskitonetz, Mückenspray, lange Kleidung und natürlich Malaria Prophylaxe! Außerdem sollte man sich unbedingt rechtzeitig um Impfungen kümmern!

Hat man das erledigt, kann man sich den Rest zuwenden: wie viele Klamotten darf ich mitnehmen? Schuhe???
Eins ist mir auf jeden Fall schon klar geworden… Modetechnisch wird das eher nichts Gescheits! naja egal, sieht ja keiner 😉

Hier noch eine kleine Übersicht was man nicht vergessen sollte:

– Sonnenhut
– Sonnencreme
– Reiseapotheke
– Taschenlampe
– Reisepass
– Impfpass (oft wird in Afrikanischen Länder eine Gelbfieber Impfung verlangt)
– lange Kleidung für Abends als Schutz gegen Mücken
– eine Jacke/warmer Pulli (in Nairobi kann’s auch mal 10 grad haben nachts)
– dezente Farben sonst verschreckt man die Tiere
– Cash (bevorzug US Dollar, es gibt schließlich nicht an jeder Ecke ein ATM)
– Steckdosenadapter
– und was ihr noch so alles für unentbehrlich haltet……

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New style, new plans…

Seit ca. 1 Jahr bin ich jetzt wieder zurück in München und mein Blog hatte erstmal eine Pause eingelegt. Nachdem ich jetzt aber neue Pläne gemacht habe was Uni und Urlaub angeht, dachte ich mir, der Blog muss wieder aus dem Winterschlaf geweckt werden. Erstmal ein neues Styling habe ich ihm verpasst und in Zukunft werden die Beiträge auch teilweise auf Deutsch und Englisch verfasst sein.

Jetzt zu den neuen Plänen: Mittlerweile habe ich meinen Bachelor in Umweltingenieurwesen abgeschlossen und nach einer Sommerpause steht ab Herbst der Master an. Wobei ich das erste Semester in Kopenhagen an der DTU verbringen werde! Mein zweites Auslandssemester wird hoffentlich genauso spannend und interessant wie das letzte! Ich war zwar mittlerweile schon öfters in Kopenhagen, aber an der Uni dort zu studieren, ist dann doch nochmal was anderes.

Das waren aber noch nicht alle Pläne! Bevor ich Ende August nach Kopenhagen fahre, steht erst nochmal ein Urlaub an. Und zwar fahren Johan und ich im August für 3 Wochen nach Kenia! Davon werde ich hier natürlich auch berichten! 🙂

English:

After being at home for over a year now, i finally have some new awesome plans of going abroad. My last year I spent on finishing my Bachelor of Science in environmental engineering and I will start my Master in autumn.

Therefore I got accepted for an Erasmus semester at the DTU in Copenhagen and will spent half a year there starting in September. With having so many international friends i realised that my blog should maybe written in english too. Maybe the english part will not be as long as the german, but the information will be the same 😉

Before going to Copenhagen, some other travel plans are on my list. In August Johan and I will go backpacking in Kenia for around 3 weeks! I hope to see a lot of wildlife and awesome beaches. Of course I will try to write some reports here and share our experience.

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Final Goodbye Asia

Ich sitze grad am Flughafen in Singapur und warte auf meinen Flieger in Richtung Qatar und dann weiter nach München. Die letzten Minuten meiner Zeit in Südostasien sind jetzt angebrochen und es fühlt sich irgendwie komisch an, schließlich war ich jetzt seit Anfang Dezember hier in der Hitze Asiens unterwegs. Die letzten vier Tage habe ich noch in Bangkok verbracht, eine crazy Stadt mit wahnsinnig viel Verkehr und einigen dreißten Tuk Tuk Fahrern. Wenn man nicht aufpasst und 10 mal nachfrägt, wird man erstmal zum Schneider gebracht der versucht einem einen maßgeschneiderten Anzug, Kostüm oder Abendkleid anzudrehen. Natürlich bekommt der Tuk Tuk Fahrer dann Provision und Benzingeld! Gelockt wird man leicht, da die Fahrtpreise mit „Stop“ viel billiger sind als wenn man direkt zum Ziel will. Nach dem 3 Tailor hatten wir dann aber sowas von keine Lust mehr, dass wir ab dann immer mehr bezahlt haben. Man sollte den Einheimischen auch nicht alles glauben was sie erzählen. Meistens behaupten sie der Große Palast ist geschlossen wegen einer Zeremonie und man soll doch lieber mit ihnen eine Tuk Tuk Sightseeing tour machen….die beinhaltet natürlich auch den Tailor. Ansonsten kann man in Bangkok natürlich noch einiges erleben, wir waren z.b. im 4D Kino, bei dem die Sitze sich bewegen und Wind/Wasser/Geruch mit einsprühen oder man geht in einer der vielen Malls oder Märkte Shoppen! Achja und nicht vergessen darf man natürlich nicht die überall verbreitete Thai Massage! Für ca. 5 Euro die Stunde lässt man sich einmal schön durchkneten 🙂

So, mein Flieger wartet… bis bald in München! Freu mich schon auf euch alle!

 

Hier noch ein Bild aus dem Grand Palace in Bangkok:

Goodbye Singapore, Hallo Thailand

Vor einer Woche war das Semester in Singapur leider vorbei und wir alle haben uns in andere Richtungen aufgemacht, ein paar sind gleich nach Hause, die meisten sind jedoch in die verschiedensten Länder Südostasiens gereist. Der Abschied war schon etwas komisch und auch traurig, weil man ja bei den meisten Leuten, mit denen man ein halbes Jahr zusammen gelebt hat, nicht weiß ob man sich jemals wieder sieht. Ein paar Tage vorher sind Max und Nati gelandet und wir haben uns dann zusammen mit dem Bus nach Malaysia aufgemacht. Nach einem kurzen Stop in Kuala Lumpur gings dann weiter nach Penang im Norden. Dort gibt es eine schöne Altstadt mit Tempeln verschiedenster Religionen und einen Berg von dem man einen super Blick über die ganze Stadt hat. Von Penang sind wir dann nach Phuket geflogen und haben glücklicherweise am selben Tag gleich noch eine Fähre nach Ko Phi Phi bekommen. Dort findet man auf der Nachbarinsel „the beach“, also den paradiesischen Strand aus dem Film mit Leonardo di Caprio. Eigentlich nennt sich der Ort Maya Bucht und ist wirklich traumhaft schön mit türkisblauem Wasser!

Gestern haben wir dann noch eine Tag auf Ko Lanta verbracht und sind jetzt auf dem Weg in Richtung Koh Tao mit Zwischenstop in Krabi!

In zwei Wochen geht’s dann schließlich wieder in die Heimat nach München! Ich freu mich schon sehr 🙂

Myanmar Adventures

Wie ich ja bereits angekündigt habe, folgt jetzt mein Bericht über unsere abenteuerliche Myanmarreise! Da wir hier in Singapur eine Woche frei hatten bevor die Prüfungszeit losging, musste das natürlich ausgenutzt werden. Nachdem ich jetzt schon viel von Südostasien gesehen habe, sollte das nächste Ziel mal etwas aussergewöhnlicher werden. Burma war genau richtig dafür! Durch die dortige Regierung und Isolation des Landes zu den meisten anderen Ländern der Welt, sind Touristen noch nicht so verbreitet und es fehlen Einflüsse von „Außen“. Nicht umsonst sagt man, Burma ist Asien wie vor 30 Jahren. Die Menschen sind noch ganz begeistert wenn sie uns Europäer auf der Strasse sehen, jeder winkt, sagt hallo, manche wollen einem sogar die Hand schütteln oder noch besser, ein Foto mit dir machen! Die Bevölkerung in Burma wirkt durchaus sehr glücklich und man spürt vor Ort gar nicht was in diesem Land schon alles vorgefallen ist. Die korrupte Regierung hat sich in der Vergangenheit Vieles geleistet, was man sich in der westlichen Welt gar nicht vorstellen kann. Zum Beispiel einfach über Nacht die Straßenordnung von Links- auf Rechtsverkehr zu ändern oder bestimmte Banknoten unangekündigt für ungültig erklären, wodurch viele Leute ihr ganzes Vermögen verloren haben. Aber auch noch viel schlimmere Dinge, wie die Geschichte um Aung San Suu Kyi, die so viele Jahre ihres Lebens in Hausarrest verbracht hat, nur weil sie mit ihrer demokratischen Partei NLD der Regierung in die Quere gekommen ist. Diese Liste könnte man noch ewig weiterführen mit gewaltätigen, korrupten Ereignissen. Trotzdem merkt man es den Menschen nicht an und es gibt auch wenige Bettler auf der Straße. Die Menschen sind zwar arm, aber jeder hat genug zum Leben.

Jetzt aber etwas genauer zu unseren Erlebnissen 🙂 Wir sind in Yangon gelandet am 1. Tag des Neujahr-Wasser-Festivals! Wir haben uns natürlich genau die verrückteste Zeit des Jahres ausgesucht. Das Thingyan Festival besteht aus 4 Tagen Wasserschlacht und einem Tag Neujahrsfest. Ursprünglich ist das Bespritzen mit Wasser als eine Geste des Reinwaschens gedacht, das Ganze ist aber etwas ausgeartet und die Menschen sind einfach nur verrückt und haben viel Spaß in diesen Tagen. Was auch verständlich ist, da April der heißeste Monat ist und es während unserer Reise kein einziges Mal geregnet hat. Die ersten zwei Tage hatten wir auch verdammt viel Spaß und man war froh über die Abkühlung. Man muss sich das so vorstellen, dass man aus dem Hotel kommt und die ersten Kinder schon mit ihren Wasserschüsseln angerannt kommen. Falls man dann noch nicht komplett nass ist kann man sicher sein, dass in den nächsten 10 Meter der nächste Eimer auf einen wartet. Grundsätzlich ist man den ganzen Tag komplett durchnässt und findet auch keine trockene Stelle auf den Klamotten! Wertsachen also immer schön in der Plastiktüte rumtragen! Die meisten Einheimischen quetschen sich auf Pickup Trucks, fahren durch die Gegend und spritzen Wasser auf alle. An zentralen Orten in den Städten gibt es Bühnen mit Tanzshows und Tribünen auf denen 100 Leute mit Wasserschläuchen stehen und alle vorbeifahrenden Autos nassspritzen. Dafür stehen die Partytrucks sogar in Schlangen an! Wir hatten Glück und würden eingeladen mit einer Gruppe Jugendlicher auf einem Auto durch die Wassermassen zu fahren 🙂 Es wird wirklich so viel Wasser verschwendet, dass ganze Strassen gegen Nachmittag geflutet sind! Nach 2 Tagen waren wir dann irgendwann nicht mehr so begeistert immer nass zu sein sobald man auf die Strasse tritt, vor allem als wir mit Rollern rumgefahren wurden und jeder im vorbeifahren natürlich die Touris vollspritzen wollte! Manche sind besonders „nett“ und mixen Eiswürfel in ihr Wasser damits erst recht kalt ist…so gegen 6 Uhr abends, wenn die Sonne fast weg ist, zusammen mit Fahrtwind, ist das Ganze dann nicht mehr angenehm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Yangon steht auch die heiligste und goldenste aller Pagoden, die Shwedagon Pagoda. Das Symbol der birmanischen Identität und seit 2500 Jahren das Herz des birmanischen Glaubens. Jeder einheimische Buddhist sollte einmal im Leben hier herkommen. Im Gegensatz zu den goldbemalten Pagoden im ganzen Land, ist die Shwedagon Paya mit mehreren Tonnen echtem Blattgold und 5000 Diamanten verziert. Sie ist ca. 98 m hoch und schon aus ein paar Kilometern Entfernung zu sehen. Einer unserer Taxifahrer hat immer kurz gebetet hinterm Steuer wenn sie vor uns aufgetaucht ist!

Von Yangon im Süden sind wir dann mit dem Nachtbus nach Mandalay im Landesinneren aufgebrochen. Wir waren wirklich froh Bustickets ergattert zu haben, da es eigentlich überall hieß, dass während dem Festival keine Busse fahren. Dieses Problem hat uns dann erst in Mandalay erwischt. In Mandalay selbst gab es außer einem Tempel und  einer 200 m langen und 200 Jahre alten Teakholzbrücke, die über den großen Fluss führt, nicht viel zu sehen.

Deshalb wollten wir nach 2 weiteren, nassen Tagen nach Bagan aufbrechen. Diesmal gab es aber wirklich keinen Bus, also war die einzige Möglichkeit der Zug! Grundsätzlich ja nicht schlecht, 9 Uhr abends einsteigen und am nächsten Tag um 6 Uhr früh da sein….das war zumindest der Plan 😀 Immerhin hatten wir feste Sitzplätze in der „Upper Class“, was sich ja eigentlich ganz gut anhört. Da der Zug und die Gleise aber alle von den Briten noch vor der Unabhängigkeit Burmas angelegt wurde, ist alles verdammt veraltet und runtergekommen. Es wurde auch seither nichts erneuert, d.h. die Sitze waren zwar gepolstert und man konnte sie sogar zurücklehnen, aber sie waren schon so kaputt, dass man sie gar nicht mehr aufrichten konnte und wie viele Bakterien in diesen Polstern waren, will ich gar nicht wissen! Von einer Klimaanlage konnte man auch nur Träumen, aber mit offenen Fenstern wars auszuhalten. Irgendwann so gegen 1 Uhr nachts hat der Zug dann plötzlich angehalten, mitten in der Pampa, nachdem sich keiner der anderen Zugreisende dafür interessiert hat, hab ich dann auch erstmal weitergeschlafen. Nachdem wir aber immer noch standen als die Sonne aufging, also etwa 5 Stunden später, war dann klar, da stimmte was nicht. Ein Wagon unseres Zug war von den Gleisen gekommen! „Myanmar Adventures“ weiterlesen

Pulau Tioman

Hier noch ein Nachtrag von unserem Wochenende auf Tioman! Ist jetzt leider schon 2 Wochen her, aber ich hab es leider vorher nicht geschafft zu berichten, da es einiges zu tun gab und ich ja die letzten 10 Tage in Burma unterwegs war. Der Bericht dazu folgt dann noch im Laufe der Woche 🙂

Also am Osterwochenende (Freitag war frei in Singapur) haben wir uns auf den Weg nach Malaysia gemacht um dort auf einer Insel an der Ostküste ein paar Strandtage zu verbringen. Obwohl wir uns das schon Wochen vorher überlegt hatten, haben wir nichts Vorweg gebucht, ausser einen Bus der uns von der malayischen Grenze zu dem Ort bring, an dem die Fähre abfährt. Ich hatte dann zwar doch online nochmal nach der Fähre geschaut, diese war aber für unseren Tag schon ausgebucht….egal, wir probierten es trotdem mal.

Los gings dann am Freitag Vormittag erstmal mit der MRT (U-Bahn) zur Busstation um dort einen Bus zu nehmen der uns über die Grenze bringt. Leider haben wir die Station erstmal nicht gefunden, wodurch unsere Reservezeit schonmal stark angekratzt wurde. Zum Glück waren wir doch noch erfolgreich, und dann gings zur Grenze, die ja nicht weit weg ist. Dort angekommen erstmal der Schock: es stehen umgefährt 100m Schlangen an jedem Schalter zur Einreise nach Malaysia an! Aber unser gebuchter (!) Bus fährt in einer halben Stunde und zum Busterminal müssen wir auch noch kommen. Nach ein paar Minuten anstehen ohne großes Vorwärtskommen war klar, wir müssen was unternehmen. Also sind Roshni und ich losgezogen um ein paar nette Menschen ganz vorne in der Schlange zu finden…aussichtslos, jeder hat Zeitstress! Auf gut Glück haben wir dann an dem Schalter für Malayische Bewohner mit Job in Singapur gefragt, ob sie uns nicht helfen können. Der Mann am Schalter war sehr freundlich und nachdem er sich unser Ticket angeschaut hat, das unser Dilemma bestätigt, hat er organisiert das wir die unendliche Schlange umgehen konnten! PUHH

Noch 20 min bis der Bus abfuhr…also haben wir erstmal einen Sprint durch die Grenzstation hingelegt um zur nächsten Taxistation zu gelangen, Roshni hat sich sehr erfolgreich dem ersten Taxi auf der Straße in den Weg gestellt und wir haben uns ganz schnell zu fünft reingequetscht…mussten wir natürlich schön extra zahlen, aber das war in dem Moment egal. 15 min Fahrtzeit laut Taxifahrer, das wurde knapp. Dort angekommen hetzen wir über den riesigen Busbahnhof und erwischen unseren Bus 5 min nach der Zeit. Zum Glück ist hier nicht alles ganz so pünktlich 😉

Nach 3 Stunden sind wir dann in Mersing angekommen, wo die Fähre ablegt. Im Gegensatz zu den Infos im Internet, bekommen wir ganz leicht ein Ticket und die Fähre startet in 20 min… also kommen wir aus dem Rennen nicht raus, da wir bis zum Ablegepunkt noch 600m laufen müssen und davor aber noch Geld abheben, da es auf Tioman keine Automaten gibt.

Völlig fertig und erschöpft schaffen wir es dann zum Hafen und natürlich hat die Fähre dann erstmal 1,5 Stunden Verspätung.

Irgendwann abends kommen wir dann doch noch auf Tioman an, wo es 5 kleine Strandorte gibt die alle nur übers Wasser verbunden sind. Wir haben uns Salang im Norden ausgesucht. Nachdem wir den ganzen Tag schon so Glück hatten, war unser Glücksvorrat dann wohl aufgebraucht. Kein Guesthouse in Salang hatte mehr ein Zimmer frei! Die nette Dame von der Tourist Information Hütte hat uns dann ein Zelt ausgeliehen und so haben wir die erste Nacht am Strand gecampt 🙂 Etwas unbequem, aber auch mal ganz lustig. Am nächsten Tag haben wir uns dann gleich in der Früh zwei schöne Bungalows organisiert!

Die zwei Tage dort haben wir dann mit Baden, Tauchen, Schnorcheln (kleine Haie) und viel gutem Essen verbracht. Es gab auch eine kleine Freilichtbar, wo man sich abends getroffen hat zum feiern.

Insgesamt ein gelungenes und aufregendes Wochenende und die Rückfahrt war dann problemlos 😉

Beautiful Borneo

Letzten Donnerstag gings dann schon gleich auf den zweiten Trip mit Shalin, diesmal hatten wir aber noch Johan und Christopher als Verstärkung dabei 🙂 Per Flugzeug sind wir nach Kuching gekommen, eine Stadt im malayischen Teil Borneos. Borneo gehört ja zu 3 verschiedenen Länder, einmal Malaysia, Indonesien und ein kleines Land namens Brunei, welches durch Erdöl an Wohlstand gekommen ist. Anders als erwartet, war Kuching eine recht schöne und auch gut entwickelte Stadt. Normalerweise verbindet man Borneo ja eher mit Dschugel und Orang Utans, welche auch einer der Gründe waren, weshalb wir uns dieses Ziel ausgesucht haben. Shalin hat schon immer in Deutschland davon geträumt, mal die wilden Orang Utans auf Borneo zu sehen 🙂 Dann war natürlich auch klar, was unser erstes Ausflugsziel ist. Am Freitag gleich in der Früh gings in Richtung Semenggoh Wildlife Centre, wo die Orang Utans zu Fütterungszeiten beobachtet werden können. Natürlich braucht man ein bisschen Glück das auch welche auftauchen, schließlich sind es freilebende Tiere und kein Zoo. Wir haben es an diesem Vormittag besonders gut getroffen und mehrere Tiere gesehen, darunter sogar zwei Mütter mit Kinder und auch den größten von allen, Ritchie 🙂 War schon echt beeindruckend, wie sie sich durch die Bäume schwingen und Hände wie Füße benutzen!

 

 

 

 

 

Nachmittags haben wir noch einen Bootsausflug gemacht ins Flussdelta im Norden von Kuching. Theoretisch hätte man Delphine, Krokodile, Affen und viele Vögel sehen können, da wir aber anscheinend unser ganzes Glück schon bei den Orang Utans verbraucht hatten, sahen wir nur ein paar Nasenaffen in den Bäumen sitzen. Damit der Trip aber nicht ganz sinnlos war, konnte wir immerhin noch ein Fischerdorf besuchen, dass auf Stelzen gebaut ist und keine offizielle Strom- und Wasserversorgung hat. Manche Häuser haben Generatoren und alle sammeln Regenwasser in großen Containern.

 

 

 

 

 

 

 

Samstags haben wir dann einen Strandtag eingelegt und sind abends noch auf ein Earth Hour Concert gegangen. An unserem letzten Tag, Sonntag, stand dann noch der Bako Nationalpark auf dem Programm. Erst mit Minivan und dann weiter mit Boot ist man an Park Centre angekommen von wo aus alle Tracks starten… Wir haben uns dann für eine 5 km Wanderung zu einem Strand entschieden, da es doch ein schöner Gedanke ist, wenn einem am Ziel eine Erfrischung erwartet 😉 Bei tropischer Hitze führte der Weg erst durch Dschungel bergauf, ging dann über in Felsboden und Grassland bis man schließlich am (fast) einsamen Strand ankommt. Bis auf ein paar andere Wanderer und Affe trifft man hier niemand. Die Affe im Park sind übrigends auch ganz schön frech, gleich zu Beginn haben sie Christopher die Bananen aus der Plastiktüte geklaut!

 

 

 

 

 

 

 

Falls mal jemand nach Kuching fährt, ist unser Hostel auf jeden Fall absolut zu empfehlen, besonders die gemütliche Rooftop Bar, wo man locker ganze Abende verbringen kann! (Singgahsana Lodge)

Bintan Weekendtrip

Vor einer Woche ist Shalin hier bei mir in Singapur angekommen und musste  sich erstmal von der Kälte in Peking erholen 😉 Da war natürlich klar das ein paar Tage Strandurlaub eingeplant werden müssen. Gesagt getan, sind wir gleich am selben Tag noch in die Fähre gestiegen und haben uns nach Bintan schippern lassen. Bintan is eine Insel nur ca. 45 min mit der Fähre entfernt von Singapur, gehört aber schon zu Indonesien! Dementsprechend sieht das Leben dort schon wieder ganz anders aus…viel Natur, Kinder spielen auf den Straßen und Palmen überall! Unser Bungalow war zwar einfach, aber trotzdem gemütlich in einem schönen tropischen Garten. Es war die einzige Anlage in der Gegend, sonst gab es nur Fischerdörfer. Wir haben unsere Zeit am Strand und in den Hängematten verbracht und das leckere indonesische Essen genossen 🙂 Einen Nachmittag haben wir uns dann für eine Stunden einen Roller gemietet und ein bisschen die Umgebung erkundet! Viel mehr gibt es schon gar nicht zu erzählen, da wir einfach nur 2 Tage relaxt haben 🙂 Achja, und ein Lagerfeuer gabs!