Kanutour Schweden by Simon Bell.

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9 Tage Kanutour in Schweden:

(Gastbeitrag Simon Bell.)

Ende August bin ich mit meinen Kumpels Patrick, Öncel und Felix auf einen 9 tägigen Kanu Trip nach Schweden geflogen.

Unser Ziel war der Stora Le ein gut 70 km langer, schmaler See im Dalsland, in Südschweden. Am späten Vormittag ging es in München los, mit dem Flieger nach Göteborg und von dort mit dem Zug weiter nach Ed. Ed liegt an der Südspitze des Stora Le und wir erreichten den Kanuverleih bereits gegen 15:00 Uhr, so dass wir noch am selben Tag unsere Boote entgegen nehmen und unser Gepäck einladen konnten.

Bereits beim Ablegen hat uns jedoch schon der erste Nieselregen empfangen, welcher sich dann auf den ersten beiden zurückgelegten Kilometern zu einem wahren Wolkenbruch entwickelte. Kurzzeitig mussten wir an Land fahren um wenigstens den schlimmsten Regen abzuwarten.

Da wir unsere Zelte nicht bei Regen aufbauen konnten, das Innenzelt wäre sofort nass gewesen, mussten wir die restliche Strecke bis zur ersten Sturmhütte zurücklegen um einen trockenen Schlafplatz zu haben. Eine Sturmhütte ist ein kleiner Verschlag mit Holzboden, einem etwa 1m hohen Dach und drei Außenwänden. Sie ist also zu einer Seite hin offen.

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Teilweise durchnässt bis auf die Knochen, sind wir dann bei anbrechender Dunkelheit auf der kleinen Insel angekommen auf der die Hütte stand. Schnell haben wir unsere Sachen ausgeladen, die Boote festgebunden und ab ins Trockene.

Groß Einrichten ist in so einer kleinen Hütte, und gerade bei Dunkelheit, allerdings nicht drin, daher haben wir nur noch schnell mit unserem Spirituskocher etwas zu essen gekocht und Wäscheleinen über unseren Köpfen gespannt. Während das Essen zum kochen gebracht wurde, haben wir unsere nasse Wäsche aufgehängt um uns anschließend schnell in unsere Schlafsäcke zu verkriechen.

Der erste Tag ist also im wahrsten Sinne des Wortes, ziemlich ins Wasser gefallen.

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Der zweite Tag unserer Reise startete dann auch nicht gemütlich, sondern mit einem Schockmoment.

Eines unserer Boote hatte sich beim Sturm in der Nacht losgerissen, war abgetrieben und verschwunden (das „kleiner Finger“ – dicke Seil einfach durchgescheuert..). Erst nach gut einer halben Stunde intensiver Suche, während der wir unseren Urlaub in Gedanken teilweise schon als gelaufen abgehackt hatten, konnten wir es dann doch ausmachen und zurückholen.

Nachdem unser Urlaub damit gerettet war, weitere Ereignisse dieser Art kamen nicht mehr vor, beschäftigten wir uns den Großteil des Tages mit der Trocknung unserer Kleidung und Ausrüstung, sowie der Anpassung ans Lagerleben.

Dazu gehört Holzhacken, Feuermachen, Kochen, Geschirrspülen und vieles weitere. Man kann sagen, dass wenn man nicht den ganzen Tag am selben Ort bleibt, also irgendwann im Lauf des Tages noch weiter fährt, es immer etwas zu tun gibt. Schließlich muss neben den üblich anfallenden Arbeiten, das Camp ab und wieder aufgebaut werden.

Auch wir wollten an dem Tag noch weiterfahren und sind am späteren Nachmittag zu unserem nächsten Etappenziel aufgebrochen. Einer weiteren Hütte, ein paar Kilometer vor dem ersten Ort mit Einkaufsmöglichkeit. Glücklicherweise diesmal bei besserem Wetter als am Vortag.

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Nach etwa 2/3 der Strecke bis zu unserem Ziel, viel Felix jedoch ein, dass der nächste Tag ein Sonntag ist. Da wir nur Vorräte für weitere zwei Tage hatten und nicht den Sonntag im Ort absitzen wollten um Montag dann einkaufen gehen zu können, waren wir gezwungen ziemlich Gas zu geben um noch vor dem Ende der Öffnungszeiten dort anzukommen.

Das gelang uns dann auch knapp, dachten wir zumindest. Denn der Laden schloss nicht, wie unsere Läden daheim, um 20:00 Uhr, sondern bereits um 18:00 Uhr! Es war allerdings bereits kurz nach 19:00 Uhr…

Zu unserem Glück öffnen skandinavische Läden aber wohl auch regelmäßig an Sonntagen, wodurch wir die Möglichkeit hatten auch am nächsten Tag noch Nahrungsmittel für die nächsten Tage einzukaufen.

Ab dem nächsten Morgen wurde das Wetter auch beständig immer besser und es hat bis zum Abschluss unserer Tour kein einziges mal mehr geregnet. Wir kamen gut voran, erreichten unserer Tagesziele und kamen auch kaum mehr in Lebensmittelknappheit.

Wir konnten die restlichen Tage unserer Tour also ohne größere Zwischenfälle genießen.

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Erst am Tag unserer Abreise hat uns unserer Karte etwas in die Irre geleitet und wir sind in einen falschen Seitenarm des Sees abgebogen, was ganz zum Ende unserer Tour dann nochmal zu einem sportlichen „Sprint“ führte, um unseren Abholpunkt noch rechtzeitig zu erreichen.

Alles in allem hatten wir bis auf den ersten Tag also ziemlich Glück mit dem Wetter und es war eine tolle Tour. Fürs nächste Mal würden wir evtl noch mehr Tage einplanen, da man dann die Ruhe und Natur noch besser genießen kann, ohne den Druck des „Strecke zurücklegen“ im Nacken zu haben. Aber sowas ist halt learning-by-doing.

Beschreibungen der Landschaft, dem Kanufahren an sich oder dem Glück das wir auf kaum Mücken gestoßen sind, würden jetzt den Rahmen hier noch weiter sprengen. Am besten ist eh man probiert es selbst aus 😉

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Simon

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